
39 Staaten stimmten auf der Walfangkonferenz in Hobart für ein Schutzgebiet im Südatlantik, 18 dagegen, drei enthielten sich. Das Schutzgebiet kommt nicht. Für die Änderung des Regelwerks war eine Dreiviertelmehrheit nötig.
Norwegen hielt das Gebiet laut Pro Wildlife für überflüssig: Dort werde derzeit nicht gejagt. Das ist praktisch. Solange niemand jagt, braucht man keinen Schutz. Wenn wieder gejagt wird, hätte man ihn besser vorher beschlossen.
Auch über die gezielte Tötung von Delfinen und Kleinwalen wurde nicht entschieden. Die Schweiz zog ihre Resolution zurück. Sie hätte die Staaten aufgefordert, Daten über betroffene Arten und Tötungen zu liefern. Selbst diese Aufforderung kam nicht zustande.
Zurückgezogen wurde ebenfalls ein Antrag zur „nachhaltigen Nutzung“ von Walen. Der Begriff klingt nach Verantwortung. Er verdeckt die Frage, ob Wale überhaupt für kommerzielle Zwecke getötet werden sollten.
Die Kommission verabschiedete Beschlüsse zum Handel mit Fischschwimmblasen und dem damit verbundenen Beifang, zu Schiffskollisionen und zu Strandungen. Das kann den Tieren helfen. Es ändert nichts daran, dass das Schutzgebiet scheiterte und die Resolution zu Delfinen und Kleinwalen zurückgezogen wurde.
Zum 80. Jahrestag der Walfangkonvention einigte sich die Kommission auf eine Erklärung. Das Moratorium für den kommerziellen Walfang bekräftigte sie darin nicht ausdrücklich.
40 Jahre Moratorium waren gut genug zum Feiern. Für einen klaren Satz über seine Zukunft offenbar nicht.
Bild: KI-generiertes Symbolbild.
Quellen: Internationale Walfangkommission, Konferenztag fünf · Pro Wildlife, Bilanz der Walfangkonferenz
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