Das Ende einer Idee

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Manchmal ist eine Nachricht bemerkenswert, obwohl nichts gebaut wird.

Die geplante Oktopusfarm auf Gran Canaria wird nicht entstehen.

Das spanische Unternehmen Nueva Pescanova hat seinen Antrag zurückgezogen. Damit endet vorerst ein Projekt, das als weltweit erste kommerzielle Oktopuszucht galt.

Damit endet allerdings nur das Projekt.

Nicht die Debatte.

Denn die entscheidende Frage lautete nie allein, ob sich Oktopusse züchten lassen.

Sondern ob wir es überhaupt wollen.

Über Oktopusse wissen wir heute deutlich mehr als noch vor wenigen Jahrzehnten. Sie lösen Probleme, benutzen Werkzeuge und gelten als außergewöhnlich lernfähig. Gleichzeitig leben sie überwiegend als Einzelgänger – Eigenschaften, die die Diskussion über ihre Haltung grundlegend verändert haben.

Vielleicht liegt genau darin der eigentliche Unterschied zu früher.

Nicht die Technik.

Sondern unser Wissen.

Je mehr wir über Tiere erfahren, desto häufiger geraten Selbstverständlichkeiten ins Wanken.

Es hat eine gewisse Ironie, dass ausgerechnet wissenschaftliche Erkenntnisse den technischen Fortschritt bremsen können.

Ob die Geschichte damit beendet ist, weiß heute niemand.

Neue Anträge wären grundsätzlich möglich.

Doch manchmal verändert schon ein Projekt, das nie gebaut wird, den Blick auf das, was wir künftig für selbstverständlich halten.


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