
Manche Menschen wirken am Meer tiefenentspannt.
Bis jemand im Weg steht.
Die Sonne scheint.
Das Meer rauscht.
Die Wellen erledigen seit Jahrtausenden zuverlässig ihre Arbeit.
Und trotzdem genügt oft ein falsch platzierter Liegestuhl, ein zu langsamer Spaziergänger auf der Promenade oder ein Handtuch, das verdächtig viel Platz beansprucht, um die innere Gelassenheit vorübergehend außer Betrieb zu setzen.
Es ist erstaunlich, wie schnell Menschen, die gerade noch über Achtsamkeit, Entschleunigung und die heilende Kraft des Meeres sprechen, in einen Zustand wechseln, der verdächtig an die Hauptverkehrszeit erinnert.
Der Urlaubsort verändert sich.
Der Mensch eher selten.
Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Pointe des Reisens.
Wir fahren ans Meer, in die Berge oder auf eine Insel, weil wir glauben, dort Ruhe zu finden.
Dabei nehmen wir das Einzige, was regelmäßig für Unruhe sorgt, zuverlässig mit.
Uns selbst.
Zwischen Palmen, Strandpromenade und Sonnenuntergang zeigt sich oft nicht, wie entspannt Menschen sind.
Sondern wie entspannt sie bleiben, solange niemand ihre Vorstellung davon stört.
Das Meer bleibt davon unbeeindruckt.
Es rauscht weiter.
Die Wellen kommen und gehen.
Nur wir führen gelegentlich kleine Nebenkriege um Liegen, Wege und persönliche Befindlichkeiten.
Und vielleicht ist genau das die ehrlichste Reisebeobachtung:
Man kann den Ort wechseln.
Den Menschen im Spiegel nimmt man trotzdem mit.
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