Es ist erstaunlich, wie schnell sich die Stimmung in einem Raum verändern kann, wenn jemand fragt:

Warum eigentlich?“

Ich habe da ein Problem mit Gehorsam

Neulich lief im Auto ein Lied, das ich seit Jahren kenne.

Nicht, weil ich besonders rebellisch bin.

Ich bin die Art Mensch, die Einkaufswagen zurückbringt, Termine einhält und Bedienungsanleitungen zumindest kurz überfliegt, bevor sie etwas falsch macht.

Trotzdem blieb ich an einer Zeile hängen.

Es ging um Menschen, die nicht alles glauben. Nicht alles hinnehmen. Die Fragen stellen.

Und plötzlich dachte ich:

Eigentlich hatte ich schon immer ein kleines Problem mit Gehorsam.

Nicht mit Regeln.

Regeln sind meistens sinnvoll. Sonst würden wir vermutlich alle gleichzeitig in denselben Kreisverkehr fahren und darauf vertrauen, dass sich die Sache irgendwie regelt.

Nein.

Mein Problem beginnt bei Sätzen wie:

„Das macht man eben so.“

Das ist einer dieser Sätze, die erstaunlich oft das Ende jeder Diskussion markieren.

Warum macht man das so?

Weil man das eben so macht.

Warum ist das sinnvoll?

Weil das schon immer so war.

Ich habe Fragen.

Und offenbar ist das für manche Menschen bereits der Beginn einer kleinen Revolution.

Es ist erstaunlich, wie schnell sich die Stimmung in einem Raum verändern kann, wenn jemand fragt:

„Warum eigentlich?“

Nicht aggressiv.

Nicht laut.

Einfach nur neugierig.

Plötzlich wird geräuspert.

Blicke wandern durch den Raum.

Und irgendjemand erklärt, dass man das schon immer so gemacht habe.

Das scheint für viele eine ausreichende Begründung zu sein.

Für mich eher nicht.

Vielleicht liegt es daran, dass die interessantesten Menschen, die ich kennengelernt habe, selten die waren, die alles widerspruchslos akzeptiert haben.

Sie waren höflich.

Aber unbequem.

Neugierig.

Aber nicht leicht zufriedenzustellen.

Sie wollten verstehen.

Nicht nur folgen.

Vielleicht beginnt jede Veränderung mit einer Frage.

Nicht mit einem Protest.

Nicht mit einem Aufstand.

Sondern mit diesem kleinen, harmlosen Satz:

„Moment mal.“

Ich habe da ein Problem mit Gehorsam.

Und je älter ich werde, desto mehr halte ich das für eine meiner sympathischeren Eigenschaften


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