Manche reisen für die Idylle. Und bringen den Andrang gleich mit.

Menschen reisen auf der Suche nach Ruhe.

Und reagieren dann erstaunlich gereizt auf andere Menschen mit derselben Idee.

Gesucht wird Authentizität.

Aber bitte mit stabilem WLAN.

Vertrautem Frühstück.

Und möglichst wenig kultureller Irritation.

Man möchte das Besondere.

Solange es sich angenehm vertraut anfühlt.

Der Wunsch ist nachvollziehbar.

Nur leider selten exklusiv.

Denn dieselbe Idee haben oft noch einige Tausend andere.

So entstehen Orte, die ursprünglich wegen ihrer Einzigartigkeit beliebt wurden und später genau darunter leiden.

Plötzlich gibt es Warteschlangen vor Aussichtspunkten.

Reservierungen für Geheimtipps.

Und Menschen, die früh aufstehen müssen, um einen Ort zu fotografieren, der eigentlich für Entschleunigung steht.

Die eigentliche Ironie liegt jedoch woanders.

Massentourismus ist selten etwas, das einfach passiert.

Er besteht aus Menschen.

Menschen, die alle glauben, eine besondere Erfahrung zu suchen.

Jeder möchte einen Ort entdecken, den noch nicht jeder kennt.

Jeder möchte dem Alltag entkommen.

Und jeder hofft auf das Gefühl, für einen Moment dort zu sein, wo es noch etwas ruhiger ist.

Gemeinsam wird daraus jedoch oft genau das Gegenteil.

Die Ruhe verschwindet.

Die Schlange entsteht.

Und aus dem Geheimtipp wird ein Programmpunkt.

Die unbequeme Pointe:

Massentourismus sind meistens die anderen.

Bis man auf dem Urlaubsfoto feststellt,

dass man selbst dazugehört.


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