Wann fragt der Zoo, ob jedes Tier dort hineingehört?

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Dem Zoo Duisburg fehlen Besucher. 2025 zählte er 555.887 Besuche, im Jahr davor 637.973. Ein Minus von 82.086. Der Zoo nennt Wetter, Baustellen und die wirtschaftliche Lage. Das kann alles eine Rolle spielen.

Nun sollen Erinnerungen an auslaufende Jahreskarten, Sonderaktionen und Werbung helfen. Eine Postkarte macht die Baustelle allerdings auch nicht kürzer. Ein Indoor-Spielplatz ist ebenfalls im Bau. Der Zoo soll wieder attraktiver werden.

Für Besucher, versteht sich.

Auf seiner Website schreibt der Zoo über die Delfine im Delfinarium etwas Bemerkenswertes: Sie bewegen sich dort weniger als ihre Artgenossen im Meer. Ihre Nahrung müssen sie nicht selbst erjagen. Training und Vorführungen sollen für Bewegung und Beschäftigung sorgen. Die Vorführungen hätten neben dem Bildungsanspruch auch einen gewissen Unterhaltungscharakter.

Wer Beschäftigung als Lösung präsentiert, hat nebenbei das Problem beschrieben.

Der Zoo verweist auf Bildung, Forschung und Artenschutz. Er unterstützt tatsächlich Schutzprojekte für wildlebende Delfine. Nur beantwortet eine Spende für Tiere im Meer nicht die Frage, warum andere vor Publikum in einem Becken leben. Artenschutz und die Haltung eines einzelnen Tieres sind zwei verschiedene Fragen.

Ob Menschen wegen des Delfinariums fernbleiben, verraten die Besucherzahlen nicht. Vielleicht waren es tatsächlich die Baustellen. Vielleicht das Geld. Eine stille Abstimmung über Tierhaltung daraus zu machen, wäre bequem. Belegt wäre es trotzdem nicht.

Mich interessiert etwas anderes: Bei 82.086 fehlenden Besuchen wird nun gefragt, wie man Menschen zurückgewinnt. Bei den Delfinen wird erklärt, wie man das Leben im Becken abwechslungsreich gestaltet. Ob sie überhaupt dort leben sollten, kommt in den genannten Maßnahmen nicht vor.

Ein Indoor-Spielplatz kann einen Regentag retten. Die Frage nach dem Delfinarium beantwortet er nicht.

Quellen

Beitragsbild: KI-generiertes Symbolbild; es zeigt nicht das Delfinarium in Duisburg.


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